Angelsportverein Schmalkalden
Angelsportverein Schmalkalden
Nur wenige hundert Meter weit von der Quelle entfernt trifft man, wenn man dem Bachlauf folgt, auf die ersten Spuren menschlicher ''Zivilisation''. Überreste einer Brotzeit - von Wanderern zurückgelassen - weil gerade hier niemand einen Müllkübel hingestellt hat. Eine Frechheit, die sich die Gemeinde da erlaubt, aus Gründen der Kostensenkung keine Möglichkeit zur Müllentsorgung zu schaffen...!
Etwas weiter bergab folgt eine Strasse dem Verlauf des Baches. Alles was in irgendeiner Form als Verpackung für den kleinen Hunger oder Durst diente findet sich hier farbenfroh am Ufer oder Strassenrand wieder. Selbst die kleinste Parkbucht , irgendwann einmal eingerichtet, um Reisenden eine Aussicht auf Naturschönheiten zubieten, wird genutzt, die Mülldichte zu erhöhen.
Jedes noch so kleine Seitental, zum Einzugsgebiet unseres Bächleins gehörend, wird als Weidefläche genutzt. Die dadurch eingebrachten Phosphate und Nitrate führen dazu, das der Sauerstoffgehalt sinkt, was sich gerade in den Sommermonaten ungünstig auf die im Wasser vorkommenden Lebewesen auswirkt.
Nun kommen die ersten Häuser. Völlig einsam stehen sie hier, noch weit von der Ortschaft entfernt, aber immerhin bewohnt. Früher waren es Mühlen, heute sind es Ausflugsgaststätten oder Schullandheime, die noch nicht an die öffentliche Kanalisation angeschlossen sind aber zu ihren Stosszeiten einen erheblichen Beitrag zur Gewässerbelastung leisten.
Aus unserem Bächlein ist ein Bach geworden. Mehrere kleine Zuflüsse haben dafür gesorgt, das er bereit ist, es mit der ersten Ortschaft aufzunehmen. Aus Gründen des Hochwasserschutzes wird er hier zwischen meterhohe Steinwände gezwängt. Das erhöht die Fliessgeschwindigkeit, und der von den Anwohnern im Bach entsorgte Abfall wird schneller abtransportiert. Über Jahrhunderte hat sich in den Köpfen der Menschen der Bach als billige Entsorgungsmöglichkeit manifestiert und ist es bei einigen bis heute. Was damals in den Bach kam, war organischer Abfall der nach kurzer Zeit verrottete. Heute allerdings wird sogar das abgemähte Gras, oder der mit der Falle gefangene Waschbär vor der Verklappung erst in einen Müllsack gestopft.
Wenn dann der Bach die Ortschaft verlässt, kann er sich wieder etwas ausbreiten und regenerieren. Der Sauerstoffgehalt steigt wieder an. Wasseramsel und Eisvogel sitzen auf den überhängenden Ästen der Sträucher und der Plastikmüll verfängt sich in den dazugehörenden Wurzeln...
Immernoch wird der Bach von der Strasse begleitet. Jetzt bieten sich auch Parkmöglichkeiten an , die etwas sichtgeschützt hinter Strauchwerk liegen. An diesen Stellen kann man unbeobachtet alles hinbringen, was man im Keller nicht mehr haben will. Säcke voll Altkleidung und Schuhe ( das wird sogar an den Sammelcontainern vorbeigefahren, nur um es hier am Ufer abzuladen), oder sogar eine komplette Haushaltsauflösung, mit Name und Adresse des ehemaligen Besitzers ( Kontoauszüge, Versicherungsunterlagen etc.).
Man könnte meinen, manche Haushalte seien noch nicht an das duale System angeschlossen. Wer macht sich sonst die Mühe, seinen Müll zwar ordnungsgemäss zu trennen und in die Gelben Säcke zu füllen, dann aber in Mengen aus dem Wohnort raus-und in die Natur zu bringen.
Etwas ruhiger wird es jetzt. Die Stasse und unser Sorgenkind gewinnen etwas Abstand zueinander. Nun sind es nur noch Anwohner, die für die weitere Gewässerverschmutzung verantwortlich sind. Sie füttern ''ihre Fische'' mit allem, was der heimische Herd zu bieten hat. Sei es die Nudelsuppe vom Freitag, Kartoffelschalen, (gerne auch ganz) Kohlrüben und Äpfel. Erstaunlicherweise finden sich sogar Abnehmer für diese Gaben. Man sieht sie aber seltener im Wasser als am Ufer - und sie haben mehr Fell. Sollte die Rattenpopulation ein verträgliches Mass übersteigen, werden Giftköder ausgelegt. Was sonst noch an den Ködern nascht wird als Kollateralschaden hingenommen. 
Es lässt sich natürlich nicht vermeiden, das die beiden ungleichen Gesellen weiter flussabwärts wieder aufeinander treffen. Beide sind gewachsen, und auch die Parkmöglichkeiten sind gross genug, um auch LKW's gerne mal über Nacht aufzunehmen. Das eröffnet natürlich auch ganz neue Möglichkeiten zur Gewässerverschmutzung. War es bisher nur mal etwas Verdünnung, um den Pinsel weich zu bekommen, ist jetzt sogar mit Altöl, Diesel und auch Gewerbemüll zu rechnen. Sollte der Fahrer plötzlich eine freie Ladefläche für seinen nächsten Auftrag benötigen, so findet sich am Ufer immer gern ein Plätzchen, die Paletten zwischenzulagern. Zumindest bis zum nächsten Hochwasser, oder der Gewässerbereinigung durch Gemeinde oder Angelverein.
 Irgendwann verlässt auch der längste Fluss unseren Zuständigkeitsbereich, fliesst über eine Grenze oder sogar ins Meer und alle Sorgen sind wie weggespült. In der Presse liest man dann gerne Berichte über die Wiedereinbürgerung des Lachs und hofft das er auch mal den Weg zu uns findet...

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Angelsportverein Schmalkalden

 

Kasseler Strasse 5

98574 Schmalkalden

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Petri Heil